Zum Tod von Jürgen Tschirnich

Nach langer, schwerer Krankheit verstarb in der Nacht vom 20. zum 21. September 2020 mein guter alter Freund und ehemaliger Sponsor Jürgen Tschirnich.

Ich bin in tiefer Trauer.

Mein Beileid auch im Namen der RENFT-Band gilt Adelheid und Andre sowie allen Familienangehörigen und besonders seinen geliebten Enkeln.

Thomas Schoppe

AGENS & Thomas „Monster“ Schoppe

Thomas Monster Schoppe

Zeulenroda, 21.04.2020

Noch weit vor der Ausbreitung des Corona-Virus wurde mein Wunsch immer stärker, meine persönliche Website von 2005 fortzuführen.

Nichts aber soll gegen RENFT stehen.

2005/06 produzierte ich meinen mit eigenen Mitteln finanzierten Mauer-Song und stellte ihn der Öffentlichkeit über diese Website vor. Ich hatte damals Mauer und Flucht als Thema und Bereicherung für RENFT gesehen. Bereits in den 1980-er Jahren komponierte ich eine beträchtliche Anzahl unterschiedlichster Songs und Fragmente und entwickelte sie bis auf den heutigen Tag weiter. Nun, im fortschreitenden Alter wird mein Verlangen größer, mein so genanntes Lebenswerk darzulegen.

Bereits nach dem Fall der Mauer und der wieder aufgenommenen Konzerte RENFT’ s, ich erinnere an die Tour mit Karussell im Mai 1990, stellte ich den damaligen Musikern der Band meine Songs vor, um das Repertoire zu erneuern. Anfang 1991 kam ein Vertrag mit Modern-Music und Karl Walterbach zustande, um in Ostrava eine Platte mit meinen neuen Songs einzuspielen, ohne Klaus und Pjotr, aber mit Cäsar und Sohnemann Robert, Produzent Thomas Stiehler. Leider war’s ein Flop, die Band und auch ich waren nicht reif genug. Nach vielen Erklärungen für diesen Vorgang kam es zur Neubildung RENFT‘ s. Ab April ‘94 übernahm ich das Booking für RENFT, es war eine relativ entspannte Zeit und 1996 produzierten wir für meine Begriffe eine der schönsten Live-CDs – ohne Klaus. Nach ständigem Suff und Streitereien beschloss die Band kurz danach, sich von Klaus Jentzsch zu trennen. 1997 folgte P. Kschentz. Und die bisherige Band musste sich dann Monster’ s Renft nennen. 1999 erfolgte dann die Auflösung und ich lernte Matze Schramm kennen, mit dem ich 3 neue Songs als Demo produzierte. Die RENFT-Band war mich los.

Anfang 2000 kam ich wegen Verdachts auf Schlaganfall für etwa 3 Wochen ins Krankenhaus. Keine Panik, aber ich dachte, jetzt arbeite so intensiv wie möglich an deinen Songs. 2004/05 gab es erste ernstzunehmende Kontakte aller ehemaligen und neuen RENFT-Musiker, man holte mich wieder als Sänger, denn Kuno warf das Handtuch, erstens hatte er keine Lust mehr und zweitens litt er damals schon unter Hörverlust. Als Gitarrist Heinz Prüfer 2007 durch Verkehrsunfall ums Leben kam, sah ich mich gezwungen, wieder das Booking zu übernehmen – RENFT hatte bedauerlicherweise nie ein Management. Pitti Piatkowski als neuer Gitarrist, gab der Band endlich den Halt, den eine Band auch braucht.

Doch um der Band einen Neustart zu geben, reichte es nicht.

Ausschlaggebend waren unterschiedlichste Auffassungen innerhalb der Band über Musik schlechthin. Und meine Lieder, so stellte sich jetzt erst heraus, entsprachen nicht einer mit RENFT zu identifizierenden Musik, ganz zu schweigen von den Texten. Ich habe dieses Drumherum nie verstehen können. Natürlich bin ich von anderen Kriterien ausgegangen, einen Song zu arrangieren. Schon etwa seit 1978 war mir der Einfluss von Brian Eno, Bryan Ferry, Robert Fripp und natürlich David Bowie die Farbe, mit der ich zukünftige Songs malen wollte, und ebenso mit Texten, die mehr oder minder eine assoziative Bilderwelt schaffen sollten und bestens für den deutschen Gesang geeignet. Doch ich spürte schon seit Jahren eine gewisse Stagnation, gar Lethargie bei RENFT. Hinzu kam eine Probenüberdrüssigkeit, die von D. Kriese auch noch intellektuell begründet wurde. Was für ein Schwachsinn…
Ähnlich lautende aberwitzige Argumente mir gegenüber bezüglich eines Keyboarders ließen mich geradezu verzweifeln. Ich habe für RENFT, was auch meine Heimat ist und durch das Verbot mehr als fundamentiert ist, stets mein Herzblut hineingegeben. Das erklärt auch meine oftmals vehementen Ausbrüche gegenüber dem Drummer Delle Kriese.

Das Markus Schloussen schon seit langem kränkelte und zuletzt kaum noch Kraft hatte, den Bass einer Rock-Band, wie er sie nannte, zu spielen, das blieb kaum jemandem verborgen. Aber wie kann man eine solche Situation meistern?

Doch die hier recht umfangreichen eher biographischen Ausführungen möchte ich jetzt aus zeitlichen Gründen nicht mehr fortsetzen. Ich werde das später in meiner Biographie, die ich hoffentlich, dank Corona, beginnen werde, noch zur Genüge tun. So müssen wir akzeptieren, was so gekommen ist und somit auch das Schicksal dieser Band. Es gibt also vernünftige Gründe für die Aktualisierung meiner Website, welche aber erst durch das Bemühen von Uwe Lehmann zustande kommt. Wir werden interessantes Material bereitstellen, z.B. aus den 90-er Jahren reichlich emotionale Dokumente. Am wichtigsten erscheint mir aber, neue Lieder und Texte inkl. derer, die ihr schon kennt, vorzustellen.

Damit helfen wir, die teils widersprüchlichen Informationen über RENFT und mich aufzuklären und diese Website wieder lebhaft über ein dem Datenschutz entsprechendes Gästebuch zu gestalten.

Thomas Monster Schoppe

Quelle und Informationen: https://tsagens.de/

Konzertverlegungen

Liebe Freunde des gepflegten Rock. Bereits in der letzten Woche haben wir erfahren, dass die Veranstaltung „20 Jahre Hobbyschneiderin“ #1920thegreatsewing2020 am 23. Mai 2020 in Oederan nicht durchführbar ist, es sind dort derzeit maximal Veranstaltung mit bis zu 1.000 Gästen erlaubt. Wie, warum und überhaupt beschreibt der Veranstalter in diesem Artikel.

Betroffen von den aktuellen Einschränkungen ist das Konzert am 3. April 2020 im Neu Helgoland. Hier teilte uns der Veranstalter heute telefonisch mit, dass ein neuer Termin gesucht wird, avisiert ist der 15. Mai 2020.

Wir hoffen auf euer Verständnis, bleibt gesund!

Delle Kriese trommelt nicht mehr

Delle Kriese 2000, Foto: nadv.com

Ihr Lieben, ich werde im Frühjahr bei RENFT aussteigen. Zwei Gründe sind wesentlich: Zum ersten sind es unterschiedliche Ansichten innerhalb der Band, die nicht nur musikalische Dinge betreffen. Zum zweiten sind die 25 Jahre, während derer ich RENFT angehöre, eine lange Zeit. Ich hoffe, dies ist für euch nachvollziehbar.

Mit lieben Grüßen, Delle

Basskran, wir spielen für Dich in Magdeburg!

Döbeln, Foto: Alexander Roth

Marcus war – bevor ihm seine gesammelten Krankheiten in die Finger krochen – einer der besten Bassisten, mit denen ich je zusammen spielen durfte. Nicht nur am Instrument; nein, ebenso als Musiker überhaupt. Einer, den man in ein beliebiges Orchester hätte setzen können (seine Mutter war Opernsängerin) und der mit dem „ersten Blick“ – „prima vista“ – fehlerfrei duch die Partitur gegangen wäre.

Nun, dazu kam es nur am Rande. Die Beatles sowieso, später Led Zeppelin, The Who und Deep Purple waren stärker!

Wenn ich mich richtig erinnere, hieß die erste Band von Bedeutung, in der er spielte „Setzei“. Dem folgte die Zusammenarbeit mit einer der kraftvollsten ostdeutschen Kapellen der späten 70er und 80er Jahre: Reform, der klugen Chansoneuse Barbara Thalheim, die Beschäftigung mit den „Childrens Songs“ von Chick Corea, mit Philip Glass-Stücken und vielem anderen.

Seit 1998 bis zum vergangenen Sonntag, dem 1. Advent 2019, 10 Uhr morgens, dann: RENFT. Die große Kultband des deutschen Ostens, die für ihn schon früh in musikalischer, aber auch politischer Hinsicht Vorbild gewesen ist. Für uns alle am Wichtigsten: Es gibt nur sehr selten solch freundliche, liebevolle, gütige und tolerante Typen, wie er einer war. Marcus, den 2,04 Meter-Mann mit dickem Bauch hatten alle gern wenn nicht gar lieb!

Kuno nannte ihn fast zärtlich: „meine kleene, lange Saufsau“.

Unsere Fans nennen ihn „Baßkran“.

Solche Mengen Schnaps und Bier erträgt kein Körper auf lange Dauer. Er wusste das.

Es ist für uns alle, die wir bei RENFT spielen, ein Verlust ohnegleichen!

Wir werden für Dich am 7. Dezember in Magdeburg auf der Bühne stehen. Weil Du es so gewollt hättest.

Ich werde ihn immer tief, tief in meinem Herzen tragen! Es bedürfte schönerer Worte…

Delle Kriese

Wir trauern um Marcus Schloussen

Marcus Schloussen Basskran

Lieber Marcus, Langer, Basskran. Den Kampf gegen Deine Krankheit hast Du verloren. Deinen Platz in unseren Herzen wirst Du immer behalten. Es ist der erste Advent…

„Ich bin irgendwo, immer irgendwo, immer irgendwo dazwischen…“

Ruhe in Frieden. Deine Band und Deine Freunde.

…Du fehlst.