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Fremder in der eigenen Band
40 Jahre Renft Combo: Mit zahlreichen Weggefährten feiert
Klaus Jentzsch vier turbulenteJahrzehnte einer ostdeutschen Legende
Von Christine Wagner

Wunder gibt es immer wieder. Die Klaus Renft Combo wird 40! Seit Wochen sind die Karten für das heutige Geburtstagskonzert - einem "Abend voller Überraschungen" mit zahlreichen Weggefährten - ausverkauft. Selbst Thomas "Monster" Schoppe, soll mit dabei sein, der Mann, der Namensgeber Renft kaum tiefer hätte demütigen können: "Renft steht für mich als Synonym für Aufbruch, Provokation, sich wehren - und nicht für eine Person", begründete Monster den Rausschmiß Jentzschs aus der Band vor anderthalb Jahren.

Als Klaus Jentzsch unter dem Mädchennamen seiner Mutter 1958 die Klaus-Renft-Combo gründete, wurde in der DDR als Alternative zu Elvis Presley gerade der Lipsi mit seinem zwanghaften 6/4-Takt kreiert. In den Kulturhäusern warnte der Staat über der Tanzfläche: "Auseinandertanzen verboten". Die Jugendlichen stellten sich trotzdem provozierend mit dröhnenden Kofferradios an Straßenecken und Parks. Und auch die Renft-Combo spielte die Hits des Rias - nach dem erlaubten Repertoire.

Da blieben Krawalle nicht aus, endete das erste Kapitel Renft 1963 schnell mit Spielverbot. Ein Jahr später stand die neubesetzte Band als Die Butlers wieder auf. Trotz FDJ-Auszeichnung wurden auch sie 1965 wieder verboten. Lange Zotteln, Schlaghosen und "Hottentottenmusik" waren bei vielen Eltern wie beim Staat verpönt. Die Beatdemo in Leipzig, mit der sich die Jugendlichen gegen das Verbot der Butlers und anderer Gruppen wehrten, wurde brutal mit Wasserwerfern niedergeschlagen. Jentzsch hielt sich mit Barmusik in der Ulf-Willi-Combo über Wasser.

1967 begann das wichtigste Kapitel der Renft-Geschichte. Die Band wetterte gegen die, die "am Hintern zu schwer und im Kopfe zu bequem" sind, wollte sich nicht nur "um den eigenen Bauch" kümmern. Das endgültige Verbot am 22. September 1975 war nur die zwangsläufige Folge: der "Kleine Otto", der sich nach dem Bruder im Westen sehnt, brach der Band das Genick.

Aufnahme fand Jentzsch nach seinem Rauswurf aus der eigenen Band bei Peter "Cäsar" Gläser, der neben Schoppe und Kumpanen mit fast allen restlichen Vor-Verbots-Renftlern als zweite Renft-Combo durch die neuen Länder zieht. Sie werden wohl auch den Hauptteil des Jubiläumskonzerts bestreiten. Mit "Ketten knapper" und dem "Geist der Kommune". Mit "Cäsars Blues", dem "Gänselieschen", "Der Apfeltraum" oder "Wer die Rose ehrt". Und bestimmt mit viel Bier. (27.03.1998)
[Berliner Morgenpost]
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