Das Dream-Team des Ost-Rock - LEGENDEN STERBEN NIE!
HOME HISTORIE DISKOGRAPHIE TEXTE GALERIE BAND PRESSE TERMINE FANLADEN GÄSTEBUCH KONTAKT IMPRESSUM
PRESSE
KRC-Artikel aus der Presse
Pressematerial
PRESSE
Gänsehaut inklusive
Ungewöhnlich frisch: Renft-Konzert im Londoner ließ vergessen geglaubte Gefühlswelten lebendig werden
Am Samstag stand im Londoner-Saal die Legende des Ostens, "Renft", auf der Bühne. Wie so oft hatten sich Musiker und Veranstalter mehr Gäste erhofft.

Von Thomas BEHLERT

Gotha. Trotzdem durfte Renft schön zufrieden sein. Das Publikum feierte, sang mit und erfreute sich an Liedern, die schon lange nicht mehr im Radio gespielt werden, obwohl sie tanzbar sind, Oldiecharakter besitzen und außerdem Inhalt und Aussagen präsentieren.

Eigenartig war dieses Renft-Konzert dann doch, denn wie jeder Fan weiß, ist Klaus Renft tot, der ehemalige Sänger und Liederschreiber Peter Gläser ebenso und Christian Kunert wegen eines Hörschadens seit längerem ausgeschieden. Wer sollte also die Lieder über Liebe und Zorn, über Funktionäre und landwirtschaftliche Betriebe singen?

Thomas Schoppe natürlich, der ebenfalls seit der offiziellen Gründung 1969 dabei ist, mit verboten wurde, sich nach der Wende der neu gegründeten Klaus-Renft-Combo anschließt, dann aussteigt, eigene Wege geht, sich wieder versöhnt, einige Zeit mit Monsters-Renft als Paralleluniversum auf Tour geht und nun das Erbe hoch hält. Im "Londoner" waren zumeist die echten Fans anwesend, die mit der Band alt geworden sind, vor vielen Jahren in Kutte und Jeans, mit langen Haaren über die Dörfer tingelten, um gequetscht zwischen vielen weiteren Bluesfreaks, Tramps und Hippies die Songs des Herzens ("So starb Neruda", "Liebe und Zorn" und "Mama") zu hören. Nun sieht man, fesch gekleidet in West und Pullover, wie der gute Papa aus, der endlich aus seiner Haut muss und eben die Zeilen "Irgenwann will jeder mal raus aus seiner Haut" regelrecht mitschreit. Das Lied "Mama", einstmals von Cäsar so wunderschön traurig gesungen, kam an diesem Abend mit neuem Sound aus den Boxen: ungewöhnlich frisch, voller Funk, sehr basslastig, irgenwie cool.

Viele neue Arrangements gab es und eben Monster mit einer Monsterstimme, die jedem eine Gänsehaut verschaffte. "Zwischen Liebe und Zorn" war zu hören, das immer noch sehr erregende "Als ich wie ein Vogel war" und schließlich sang sogar der "Bär" am Bass, Marcus Schloussen, ein neues Lied über die spaßige "Annette". Weiter gab es die Lieder, die zu Thomas Schoppe gehören und mit denen Renft berühmt wurde wie "Ich und der Rock", die lustigen und mittlerweile sehr nostalgischen Zeilen "Unsere LPG hat 100 Gänse" und das voluminöse Lied "Nach der Schlacht".

Alle waren an diesem Abend gut drauf. Die Fans, weil sie das noch einmal erleben durften, Delle Kriese am Schlagzeug, Gisbert Piatkowski an der Gitarre, Marcus Schloussen am Bass und Mikro und Thomas "Monster" Schoppe sowieso. Das Ende des Konzerts wollte keiner der Anwesenden so richtig wahrhaben, mehrere Zugaben wurden erklatscht, vom wunderschönen Liebeslied "Apfelbaum" bis hin zum Steppenwolf-Kracher "Born to be Wild". Renft enttäuschte zu keiner Zeit - möge die Band wieder nach Gotha kommen. (16.12.2008)
© 2002-2009 RENFT · Klaus Renft Combo & NADV - Alle Rechte vorbehalten!
Produktion/Redaktion: ABELNET internet company