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Jungspund spielt auf Delles Schlagzeug
Sechs Nachwuchsbands aus dem Burgenlandkreis traten auf dem Gosecker Schlosshof auf
VON Constanze Matthes

Goseck/MZ. Neben der Bühne stapeln sich Instrumente. Teile eines Schlagzeugs, Gitarrenboxen, Verstärker. Von der Bühne beschallt DJ-Powell den Gosecker Schlosshof mit Musik aus der Dose. Eine Stunde vor Konzertbeginn und den echten Live-Klängen, trudelt das erste Publikum ein. Unter einem stattlichen Ginkgo-Baum sitzen Olaf und Heike Daniel.
Beide begleiten ihren Filius Tobias zu dessen Auftritt auf dem Nachwuchsbandfestival "Youngblood" mit der Band "Minority" aus Hohenmölsen, deren Gitarrist er ist. "Wir leben mit seiner Musik und fördern sie. Ganz klar", sagt Olaf Daniel. Gemeinsam mit den Eltern der anderen Bandmitglieder sind die Daniels bei jedem Auftritt ihres Schützlings dabei. Die Musik hält uns jung, sind sie sich einig. Der "Zweite Frühling" hat indessen die Bühne erstürmt. Die Musiker rund um Sänger und Gitarristen Marcus Pawis machen den Auftakt, spielen als erste der insgesamt sechs Nachwuchsbands aus dem Burgenlandkreis ihre eigenen Lieder. Mit "Dass ich nicht lache" einen Song ihrer neuen CD. "Es war ein schönes Gefühl, wieder auf der Bühne zu stehen. Denn wir haben lange nicht mehr live gespielt", bemerkt Marcus Pawis nach dem 30-minütigen Gig, der für die Größnitzer nicht der einzige an diesem Abend bleiben wird, zum Winzerfest rocken sie anschließend auf dem Freyburger Kirchplatz. "Fiiiep" aus Naumburg hat ebenfalls nicht nur ihre junge Fangemeinde im Schlepptau nach Goseck gebracht. Wenige Meter von der Bühne entfernt, blickt Ute Steidl auf das Treiben ihres Sohnes Philipp hinter dem Mikrofon, die E-Gitarre in der Hand. "Wir haben ihm damals Unterricht in der Musikschule angeboten. Doch das hat er abgelehnt", erinnert sich die Schkölenerin. "Allerdings frage ich mich auch, von wo sein Talent eigentlich stammt."

Schließlich ist es nach 23 Uhr als nach den Auftritten von "Toska & Smood Brothers" und "Minority", von "Thouxsense" und "Tab the Tubez" die fünfköpfige Jury rund um Renft-Frontmann Thomas "Monster" Schoppe in der neuen Schloss-Schenke zusammenkommt, um die verschiedenen Preise - Auftritte, Plakate und ein Fotoshooting - an die einzelnen Bands zu vergeben. An einem Nachbartisch werden die Stimmzettel ausgezählt, auf denen das Publikum seinen Favoriten benannt hat. Organisator Robert Weinkauf zieht ein positives Fazit: "Es sollte am heutigen Abend für jeden etwas dabei gewesen sein. Und für die Bands war es wichtig, die Möglichkeit für einen Auftritt erhalten zu haben."

Den nächsten bestreiten "Tab the Tubez" aus Tromsdorf gleich am nächsten Abend, als Vorband der Rocklegende "Renft". Zum Publikumsliebling gekürt, sind sie nach der Entscheidung zu ihren Gunsten nahezu sprachlos.

"Warum wir gewonnen haben. Keine Ahnung", sagt Gitarrist Bernd Steinkopf. Schlagzeuger Thomas Theisel hat zudem die Ehre, auf dem Instrument von Renft-Drummer Detlef "Delle" Kriese zu spielen. Hippelig bezeichnet sich das Quartett aus Tromsdorf vor seinem Mini-Konzert. "Sie sind schon eine Größe", sagt Bassist Ruben Romankiewicz noch bevor "Monster" und "Delle", Gisbert "Pitti" Piatkowski und Marcus Schloussen als "Renft" die Bühne erklimmen und demonstrieren, dass die Rockerrente ein Ding der Unmöglichkeit ist. Knapp 300 Fans feiern das 50-jährige Bühnenjubiläum der Band. Dafür sind Axel Kuron und Dagmar Schütze aus Thüringen angereist. Seit den 70er Jahren folgen sie den Musikern auf Schritt und Tritt, besuchen fast jedes Konzert. "Es ist nicht nur die Musik. Renft drückt auch ein bestimmtes Lebensgefühl aus", betont der Erfurter, nachdem er sich ein Schlüsselband und einen Aufkleber als Andenken an diesen Abend gekauft hat. "Den Rest habe ich schon", versichert Kuron mit Blick auf die weiteren Artikel des Werbestandes. Sein Lieblingslied, "Der "Apfeltraum", spielen die Rock-Dinos genauso wie die bekannten Titel "Zwischen Liebe und Zorn", "Sonne wie ein Clown", "Gänselieschen" und "Was noch zu sagen wär." Mal sanft und nachdenklich, mal kernig und rau.

Nach knapp zwei Stunden schweißtreibender Rockarbeit treten "Renft" mit "Born to be wild" als Zugabe den ultimativen Beweis an, dass ein Rockerleben kein Alter kennt. Die jungen Nachwuchsmusiker von "Tab the Tubez" erleben am Aufgang zur Bühne die mehr als 30 Jahre älteren Kollegen. Wie das Publikum danken sie mit kräftigem Beifall und zollen der Legende damit ihren Respekt. (14.09.2008)
[Mitteldeutsche Zeitung]
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