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Renft-Combo spielt auf Schlössern
Kult-Band feiert Jubiläum - Zwei Konzerte im Burgenlandkreis - Goseck am Sonnabend - Weißenfels danach
Goseck/Weißenfels/MZ. Aus Anlass ihres 50-jährigen Bandjubiläums spielt die Klaus-Renft-Combo am Sonnabend auf Schloss Goseck und eine Woche darauf im Schlosskeller Weißenfels. Bei diesen beiden Konzerten leben auch Erinnerungen an die vor 50 Jahren erstmals gegründete und für DDR-Verhältnisse äußerst schrille Formation auf. Vor dem Jubiläumsauftritt sprach Roland Barwinsky mit Thomas "Monster" Schoppe, der 1970 als Sänger in diese Kulttruppe geholt wurde.

Moment mal

Das MZ-Interview

Konzerte der Klaus-Renft-Combo sind noch heutzutage für die Fans ein ultimatives Live-Ereignis. Rockklassiker wie "Child in time" von Deep Durple oder Steppenwolfs "Born to be wild" gehören zum Standardprogramm. Was verstehen Sie allgemein unter dem Markennamen "Renft"?

Schoppe: Mit dem Namen Renft verbindet sich für mich ein Großteil meines musikalischen Wirkens. Ich war immer verbunden mit der Biographie der Band, habe jeden Auf- oder Niedergang hautnah miterlebt. 1999 ist es zu keiner Einigung zwischen mir und den Wortführern der damaligen Band gekommen, insofern stieg ich auch mal vorrübergehend aus, um mein Solo-Projekt voranzutreiben. Seit unserem Konzert in Zeulenroda im September 2007 mit Gitarrist "Pitti" Piatkowski an unserer Seite verstehen wir uns als Band, die das Repertoire nicht statisch, sondern äußerst lebhaft anbietet. Insofern gehören unsere Hits stilistisch gesehen genauso zu den Rock-Klassikern wie "Child in time" oder "Born to be wild". Beide Songs singe ich schon seit 1970.

Wie denken Sie heute über ihren eigenen Einstieg 1970 in die schon damals live schwer angesagte Combo?

Schoppe: Die Renft-Combo steckte Ende 1969/Anfang 1970 durch Abgänge von Sänger H.J. Beyer, Drummer Gerhard "Fats" Pachsteffel und Gitarrist Jürgen Matkowitz in der Krise. Zwar kam Peter "Cäsar" Gläser von der Armee zurück, aber das Gefüge der Band war nicht mehr da. Als mein kompositorischer Anteil an Rundfunk- und später Plattenaufnahmen immer größer wurde, avancierte ich zu jenem für Renft so wichtigem Songwriter-Team neben Cäsar und Kuno.

Zu jenem Zeitpunkt hatten Sie selbst schon genügend negative Erfahrungen mit dem DDR-Regime gemacht. Wie prägend waren die für Ihre Rolle innerhalb der Band?

Schoppe: Seit meiner Kindheit musste ich mich bis auf wenige Ausnahmen mit Lehrern sowie später mit der Funktionärskaste auseinandersetzen. Zunächst spielte das beim Aufstieg der Renft-Combo eine noch untergeordnete Rolle. Wir waren doch alle gefangen von den uns zu erwartenden Privilegien. Meine Skepsis gegenüber dem Staat verlor ich aber zu keiner Zeit. Das Verbot 1975 gab mir und vielen anderen recht, dass eine Reformierung innerhalb des Systems nicht möglich war. Letztlich war und ist für mich der Fall der Mauer eine große Genugtuung.

Sie sprechen auf der Homepage der Band auch von "harten Zeiten" in der Gegenwart. Was heißt das?

Schoppe: Viele amerikanische oder britische Bands, die zur Rock-Geschichte gehören, werden hier in Germany widerspruchslos gefeiert. Ich habe dagegen nichts. Da spricht niemand von Nostalgie. Außerdem entwickelt sich der gesamte Musikmarkt äußerst inflationär. Alle Bands müssen mit sinkenden Zuschauerzahlen und fallenden Gagen fertig werden. Bei allem, da muss ich unsere Fans loben und mich an dieser Stelle aufrichtig bedanken. Wenn es sie nicht gäbe, sähe es schlimm um uns aus.

Die Aufnahme von Gitarrist Gisbert Piatkowski stellte zweifelsfrei eine echte Bereicherung der Live-Konzepte dar. Wie viel Überzeugungskraft kostete es, "Pitti" 2006 mit ins Boot zu holen?

Schoppe: Bereits nach den ersten Tönen zum Konzert im Juli 2007 in Baabe ohne Bandprobe war mir klar: Wir haben nicht nur einen "Ersatz" für Heinz Prüfer gefunden. "Pitti" Piatkowski spielt sich selbst und erweitert damit auch die Renftsongs stilistisch und klanglich. Die beiden E-Gitarren ergänzen sich hervorragend und verschmelzen zu einem Sound. Wenn "Pitti" mit Modern Soul unterwegs ist, spielt für ihn völlig gleichwertig Marco Zimmermann.

"Wir lassen den Kahn Renft nicht untergehen", beteuert die Crew. Was bedeutet das konkret für die Fans?

Schoppe: Wir werden für unsere Fans weiterspielen, solange man in einem gewissen Alter das Pensum noch bewältigen kann. Wenn uns jemand auch noch in fünf Jahren hören will und ich schaffe das Repertoire nicht mehr, muss man ein neues Image entwickeln.

Und welche Rolle wollt ihr keineswegs spielen?

Schoppe: Keineswegs wollen wir eine Band sein, die sich nicht mehr regt, nur noch statisch auf der Bühne steht und ihr Programm abspielt. Das eben geht gerade nicht in der Bewältigung der alten Songstrukturen. Da wird bei uns schon aufgepasst.

"Bist du Puhdys- oder Renftfan?", stritten sich zu DDR-Zeiten die Anhänger der Sparte Rock. Warum klappte es nicht mit einer gemeinsamen Tour ?

Schoppe: Die Idee, mit den Puhdys, eine 50-Jahre-Tour zu organisieren, ist im internen Kreis entstanden. Ich selbst habe mehrmals mit deren Keyboarder Peter Meyer darüber gesprochen. Die Ablehnung kam vom Management der Puhdys.

Klaus-Renft-Combo, 13. September, 21 Uhr, Schloss Goseck; 20. September, 21 Uhr, Schlosskeller Weißenfels. (11.09.2008)
[Mitteldeutsche Zeitung]
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