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Nach der Schlacht
von Thomas Klatt.
Heute wird Klaus Renft, einer der bekanntesten deutschen Rockmusiker, in Leipzig beigesetzt. Für viele war er ein Weggefährte in guten und schlechten Zeiten. Manches, was sich mit der DDR verband, fand sich auch in den Liedern und Texten, ja in der Band selbst wieder, die seinen Namen trug: Zweifel und Hoffnung, Hass und Vergebung, Gleichklang und Disharmonie. Renft stellte Fragen, die damals in den 70ern, als man noch in muffigen, aber billigen Reichsbahnzügen am Wochenende den Bands hinterherreiste, viele berührten: Welche DDR wollen wir, würde sie reformierbar sein nach Ulbrichts Tod und nach den aufgekratzt wirkenden Weltfestspielen 1973? War nicht gerade das inoffizielle Jeans-und-lange Haare-Verbot wieder aufgehoben worden? War es mutiger zu bleiben oder mutiger wegzugehen?

Mit Renft, der eher ein Nachdenklicher war, ekelten sie 1976 einen raus, der auf eine kritische, unabhängige Art abwägte - und vielleicht deshalb so gefährlich wurde. Schon damals stellte Renft die Fragen, die noch immer so schwer zu beantworten sind: Lohnen Revolutionen? Warum verlieren immer die, die sie machen? Und: Können sich Menschen ändern? "Nach der Schlacht war'n die grünen Wiesen rot, nach der Schlacht war'n viel Kameraden tot... und (man) stellt sich auf das verblieb'ne Bein und fragt: Soll das der Sieg jetzt sein?" heißt es in einem seiner besten Songs.

Ein Hofmusikant, eines der schlimmsten Schimpfwörter von damals, war Renft nicht. Seine letzte Schlacht hat er gegen den Krebs verloren. Danke Wandersmann, für die wunderbaren Jahre zwischen Liebe und Zorn. (22.11.2006)
[Lausitzer Rundschau]
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