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Kein Grab für Klaus Renft im eigenen Garten
Gemeinderat von Löhma lehnt den Wunsch des verstorbenen Musikers ab - Landrat verärgert
Löhma (OTZ/JA/-dre-). Die sechs Mitglieder des Gemeinderates von Löhma lehnten in einer Beratung am Mittwochabend den Antrag der Familie des verstorbenen Rockmusikers Klaus Renft ab, im Garten des Löhmaer Pfarrhauses ein Urnengrab zu erhalten. Wie gestern bekannt wurde, hat die Familie inzwischen den Antrag zurückgezogen, da ihr der öffentliche Streit offenbar zu viel wurde. "Die Erbengemeinschaft bedauert die Entscheidung sehr. Es ist jedoch nicht im Sinne des Verstorbenen, die Bestattung gegen den Willen der Gemeinde durchzusetzen", heißt es in einem Schreiben, das der VG Seenplatte zu ging.

Im Löhmaer Gemeinderat gab es nur zwei Mitglieder, die sich für den Antrag aussprachen - Christian Herrgott (CDU) und Mirko Broßmann (Sportverein). Die anderen vier (alle Sportverein) lehnten ab. Die Diskussion war kurz, denn man hatte sich bereits vor der öffentlichen Mittwochsitzung beraten, war dabei aber nicht beschlussfähig.

Christian Herrgott machte nach der Beschlussfassung auf die unglaubliche Verfahrensweise aufmerksam, dass eine solch weitreichende Entscheidung auf ein ehrenamtliches Gremium an der untersten Ebene delegiert wird, die dann mit allen bis jetzt nicht absehbaren rechtlichen und anderen Konsequenzen allein gelassen wird. Mirko Broßmann findet das Gesetz "unhaltbar und ungerecht". Er könne den Wunsch von Klaus Renft und Heike Stephan verstehen, weil er selbst und andere Bürger sich so etwas wünschen, meint Broßmann. "Es muss jedem Bürger überlassen bleiben, was er mit einer Urne mache, die nur saubere Asche enthält." Andere Länder seien da lange schon so weit. Deshalb, nicht wegen der Ausnahme Klaus Renft, sondern um ein Zeichen zu setzen und auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, habe er mit Ja gestimmt.

Bürgermeister Günter Scharch (EB) argumentierte vor allem mit der Gleichbehandlung seiner Einwohner. "Wer 40 Jahre sein Feld bestellt oder Fliesen gelegt hat, ist für mich ein genauso wertvoller Mensch", sagt Scharch und sieht keinen Grund für eine Ausnahme bei Renft.

Für Landrat Frank Roßner (SPD) ist der Vorgang völlig unverständlich, äußerte er gestern gegenüber OTZ. "Nach dem Thüringer Bestattungsgesetz ist der Gemeinderat für die Genehmigung einer Bestattung überhaupt nicht zuständig. Das ist 14 Tage nach dem Tod von Klaus Renft pietätlos, blamabel und peinlich für Löhma, da man dort offenbar das Gesetz nicht einmal gelesen hat", so Roßner verärgert. Nach dem Thüringer Bestattungsgesetz kann für Beisetzungen außerhalb von Friedhöfen die zuständige Ordnungsbehörde im Einzelfall im Einvernehmen mit der unteren Gesundheitsbehörde Ausnahmen zulassen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt und öffentliche Belange nicht entgegenstehen. Es ist ein reiner Behördenvorgang, für den die Verwaltungsgemeinschaft zuständig ist. (27.10.2006)
[Ostthüringer Zeitung]
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