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Zwischen Liebe und Zorn
Jena. (tlz) "Zwischen Liebe und Zorn": der frühe Renft-Song stammte, wie die meisten Titel der DDR-Rocklegende, nicht aus seiner Feder, doch er war ihm, dem Bandvater, auf den Leib geschrieben. Die Liebe zur Beat-Musik und der Zorn auf jene, die sie staatlich verbieten wollten, trieb ihn um. Der in Jena geborene Klaus (Renft) Jentzsch war ein leidenschaftlicher Rock-Bassist, mehr aber noch ein unermüdlicher Bandgründer. Noch bevor es losging mit den Beatles, wurde 1962 in Leipzig seine erste, 1958 gegründete Formation verboten. 1965 kam das Aus für The Butlers. Zwei Jahre später durfte die Klaus-Renft-Combo, anfangs noch unter dem Namen Louis-Fürnberg-Ensemble, wieder auftreten.
Renft, wie sich die Band nach ihrem ersten, hunderttausendfach verkauften Album nannte, produzierte aufrüttelnde, unbequeme Lieder, hielt durch bis 1975 und wurde, als die Zensurfalle zuschnappte, zur Legende. Ihre Hits wie "Apfeltraum", "Als ich wie ein Vogel war", "Nach der Schlacht" oder "Wer die Rose ehrt" wurden nun erst recht gehört. Der Bandvater ging in den Westen, Thomas Schoppe folgte drei Jahre später, Pannach und Kunert landeten im Knast. Peter Gläser machte mit Karussell weiter und hielt in Konzerten manch Renft-Klassiker in Ehren. Für Klaus Jentzsch, der sich als Redakteur für Rock und Blues beim RIAS und als Tonmeister im Westberliner Renaissance-Theater durchschlug, war Renft erst einmal erledigt.

Als er nach dem Mauerfall wieder in den Osten durfte, staunte er nicht schlecht: "Ich dachte, die hätten uns lange vergessen. Im Osten wurden wir nicht gespielt, im Westen auch nur, wenn die auf die DDR rumkloppen wollten", erinnerte er sich im TLZ-Gespräch. Die Fans hatten die nun wiedervereinigte Band nicht vergessen. Renft wurde in den Konzerten gefeiert, und erstmals waren auch die zu DDR-Zeiten verbotenen Titel "Glaubensfragen" und "Rockballade vom kleinen Otto" zu hören.

Leider zerstritt sich die aus lauter kreativen Individualisten bestehende Band, und zeitweilig koexistierten drei "Renft"-Gruppen. Der Bandvater fühlte sich von seinen Weggefährten ausgegrenzt und brachte ein Solo-Album auf den Markt - mit mäßigem Erfolg. Sein größtes Verdienst war, dass er einer rockbesessenen Generation moralischen Halt zu geben vermochte. In der Nacht zum Montag ist Klaus (Renft) Jentzsch mit 64 Jahren an Krebs gestorben. Von Frank Quilitzsch. (09.10.2006)
[Thüringische Landeszeitung]
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