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Ostdeutsche Rocklegende Klaus Renft ist tot
Von Frank Pergande
Klaus Renft hieß eigentlich Klaus Jentzsch. 1957 gründete der aus Thüringen stammende Bassist in der DDR das Renft-Quartett, woraus später die „Butlers“, die „Klaus-Renft-Combo“ und schließlich „Renft“ wurden. Seine Musikerfreunde und er haben die DDR-Kulturpolitik in all ihren Phasen durchlebt und durchlitten. In den sechziger Jahren wurden ihre Konzerte, die mitunter in Tumulten endeten, verboten. Als Rock dann gefördert wurde, entstanden zwei vielbewunderte Platten mit Hits wie „Zwischen Liebe und Zorn“, „Was mir fehlt“ oder dem legendären „Gänselieschen“ („Uns're LPG hat hundert Gänse / Und ein Gänselieschen, das ist meins“), das die Liebe leichtfüßig gegen die Zwangskollektivierung verteidigt.

Bis Mitte der siebziger Jahre war „Renft“ in der DDR die Rockband schlechthin. Dabei hatten ihre im Leben wie in der Musik zu Anarchismus neigenden Mitglieder mit der Betulichkeit des DDR-Sozialismus nichts am Hut. Das System war ihnen auch gleichgültig. Das Lied „Ketten werden knapper“ entstand zu den Weltjugendfestspielen 1973 zwar im offiziellen Auftrag, wurde aber von allen gesungen. Die „Rockballade vom kleinen Otto“ schließlich mit dem Refrain „Hol mich oder ich flieh“ brachte das Verbot. Die fertige dritte Platte durfte nicht erscheinen.

Alte deutsche Volkslieder

Nur zwei Musiker aus der legendären Besetzung der siebziger Jahre blieben in der DDR, spielten in einer neuen Band „Karussell“ und schoben in ihren Konzerten auch mal Renft-Stücke wie „Apfeltraum“ ein - die dann als „alte deutsche Volkslieder“ angekündigt wurden. Klaus Renft selbst wurde zur Ausreise gedrängt, zog nach Westberlin, arbeitete als Tonmeister am Theater, wurde aber nicht glücklich, weil ihm seine Musik fehlte.


Nach der Wende erlebte Renft, wiewohl schon damals erkrankt, eine zweite Jugend. Fortan gab er wieder - umjubelte - Konzerte; verwirrend war nur, daß es zwei „Renft“-Bands gab, weil die alten Weggefährten nicht mehr zusammenfinden konnten. Es gab auch neue Aufnahmen, so etwa 1999 die Platte „Als ob nichts gewesen wär“. An diesem Montag ist Klaus Renft im Alter von vierundsechzig Jahren gestorben.

(09.10.2006)
[Frankfurter Allgemeine]
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