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Ost-Rocker Renft gestorben
Berlin (rpo). Klaus Renft ist tot. Er war einer der führenden Rockmusiker der DDR und Gründer der legendären Ost-Rockband Klaus Renft Combo. Mit Titeln wie "Nach der Schlacht", "Als ich wie ein Vogel war" oder "Wer die Rose ehrt" erspielte sich seine Band in der DDR Kultstatus. In der Nacht zum Montag ist der 64-Jährige nach einer Krebserkrankung in seinem Wohnort Löhma in Thüringen gestorben.
"Die Musik und die Band war sein Leben", sagte der Gitarrist der Klaus Renft Combo, Heinz Prüfer, am Montag in Berlin. Der 58-Jährige, der erst 1992 zur Band kam, beschreibt Renft als "richtigen Künstler" und "guten Kumpel", der bis zum Schluss sehr tapfer gegen sein Krebsleiden gekämpft habe. Alle in der Band hätten geglaubt, "das wird schon wieder". Es habe sogar Pläne für ein neues Album gegeben. Zuletzt hatte die Gruppe in kompletter Besetzung am 4. Juni in Schwarzenberg auf der Bühne gestanden.

Klaus Jentzsch wurde am 30. Juni 1942 in Jena geboren. Mit 16 Jahren gründete er 1958 in Leipzig die Klaus Renft Combo. Der Bandname entstammt dem Mädchennamen seiner Mutter, den er fortan auch als Künstlernamen verwendete. Durch die politischen, teilweise sehr kritischen Texte gab es stetige Spannungen mit den DDR-Kulturbehörden. 1962 erhielt die Band Auftrittsverbot. 1964 gründete Renft die Butlers, die nur ein Jahr später zusammen mit anderen DDR-Beatgruppen verboten wurden. Als Folge kam es zu den so genannten Leipziger Beatkrawallen, bei denen Jugendliche gegen das Musikverbot demonstrierten. Ab 1967 durfte die Klaus Renft Combo wieder auftreten, bis sie im Herbst 1975 endgültig verboten wurde. Im Mai 1976 reiste Klaus Renft nach West-Berlin aus.

45-jähriges Jubiläum gefeiert

Nach dem Fall der Mauer fand sich die Band dann 1990 zu einer Reunion-Tour zusammen. Im September 1999 erschien das letzte gemeinsame Studioalbum "Als ob nichts gewesen wär". Vor drei Jahren feierte die Gruppe mit einem Konzert auf der Insel Rügen ihr 45-jähriges Bestehen.

Die Ärzte hatten bei Renft erstmals 2000 Krebs diagnostiziert. Bis zum August vergangenen Jahres hatte der Musiker geglaubt, die Krankheit überstanden zu haben. Dann wurde bei ihm erneut Krebs diagnostiziert. Ein bösartiger Tumor musste entfernt werden. Es folgten zahlreiche Chemotherapien.

Es sei sein "dringlichster Wunsch gewesen, dass es mit der Band weitergeht", sagte Gitarrist Prüfer. Klaus Renft, der zweimal verheiratet war und vier Kinder hinterlässt, habe die Bandkollegen immer wieder ermuntert, den Kopf nicht hängen zu lassen. So habe er einmal gesagt: "Spielt was Nettes auf meiner Beerdigung." Am Freitag wollte Klaus Renft noch zu einem Konzert in Weinböhla bei Meißen fahren. Die Klaus Renft Combo wird dort ohne ihn auftreten und "weitermachen".
(09.10.2006)
[Rheinische Post]
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