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Hommage an eine wilde Jugend
Mit "Renft" und "Cäsar & Die Spieler" war der alte Funke schnell wieder da und sprang sofort über

Am Freitag trafen sich im Pressenwerk Bad Salzungen vor allem junggebliebene und doch gemeinsam mit den Idolen in die Jahre gekommene Renft-Fans zu einem Abend der besonderen Art.
Kaum einer, der nicht schon die vierzig hinter sich gelassen hatte. Und doch, oder gerade deshalb, knisterte in der rauchgeschwängerten Luft eine emotionsgeladene Stimmung, die mit Begeisterung nur unzureichend beschrieben werden kann. Denn was da auf der Bühne passierte, ließ so manches Fanherz höher schlagen. Allein von Namen und Köpfen hergeleitet, kann wohl kaum ein Programm mehr Renft bieten als das hier erlebte Musikeraufgebot.

Los ging es mit Peter Gläser, besser bekannt als Cäsar, der gemeinsam mit seinen jüngeren Mitstreitern als "Cäsar & Die Spieler" den Saal ordentlich einheizte. Da wurde mitgesungen und getanzt, nach Zugaben gerufen und ausgelassen gefeiert. Mit Gitarre und Geigen lieferte die Band dazu den passenden Sound, der doch um einiges flotter und dynamischer als der bluesige Rock seiner "Ziehväter" von Renft ist. Allerdings ist Cäsar auch ein Teil von Renft und der stets durch internen Zwist oder Repressionen der Obrigkeit von außen umgeworfenen Bandzusammensetzung. Erst erzwungene Namesänderungen - das englische "The Butlers" passte nicht ins sozialistische Kunstverständnis - und schließlich 1975 das endgültige Verbot. Dazu noch Ausbürgerungen einzelner Bandmitglieder, was für den Kult- und Legendenstatus der unangepassten Truppe nicht unbedingt abträglich war.

Es passt also nicht wirklich, wenn ein solcher Konzertabend mit einem unsäglichen Begriff à la "Ostalgie" in Verbindung gebracht wird. Eher ist es eine Hommage an die Outlaw-Kuttenträger, eine wilde Jugend voller Rock'n'Roll am Rand der offiziellen DDR-Gesellschaft. Die ein oder andere ergraute Haarpracht ließ vermuten, dass mancher der zahlreichen Gäste - wenn auch heute im bürgerlichen Leben angekommen - früher für eine "Mugge" mit Renft quer durch die untergegangene Republik gereist ist. Wen wundert es da, dass mit dem Betreten der Bühne von Christian "Kuno" Kunert, Peter "Pjotr" Kschentz, Heinz Prüfer, Marcus Schloussen und Delle Kriese der alte Funke sofort wieder da war und auf das Publikum übersprang.

Show der Mitstreiter

Kuno mit riesiger Mütze und noch größeren Traktoristen-Ohrschützern übernahm am Keyboard anfangs das Zepter, bevor ein mit Hut und Sakko ganz in schwarz gekleideter Klaus Renft erschien. Dieser - und das ist leider der einzig auffallende Wehmutstropfen - war meist nur geisterhaft. Oft im Hintergrund neben dem Schlagzeug verborgen oder gänzlich von der Bühne entschwunden, tauchte er nur für wenige rare Momente am vorderen Bühnenrand auf. Die Show überließ er seinen Mitstreitern.

Irgendwann betrat ein "besonderer Gast" die Bühne und wurde sofort mit Beifall begrüßt. Es war "Monster", der im Ausweis Thomas Schoppe als bürgerlichen Namen führt und der genau wie Cäsar eigentlich immer dazu gehörte. Manchmal allerdings auch nicht, aber das mit den Streitereien hatten wir ja schon. Wie in alten Tagen war sein Platz am Mikrofon, das er später an den nun auch auf die Bühne gekommenen Cäsar weiterreichte.

Da standen sie also in voller Macht und spielten sich durch das gesamte Bandrepertoire. "Nie auf ein Schlachtfeld", eine eingedeutschte Antikriegshymne zur Melodie von Barry McGuires "Eve Of Destruction" stach als neuerer Song aus den älteren Werken hervor. Selbstverständlich kam der "Apfeltraum" genauso wie "Wer die Rose ehrt" oder die "Rockballade vom kleinen Otto". Und irgendwann bekamen auch die permanenten "Gänselieschen"-Rufer ihren Glücksmoment und ein vielstimmiger Chor sang lautstark Renfts wohl harmlosestes Werk mit: "Unsre LPG hat hundert Gänse..." Da war auch Klaus Renft noch einmal ganz vorn bei seinen Fans. Man prostete sich zu und trank ein Bier. Auch das gehörte zu diesem doch sehr angenehmen Abend. (Michael Baller) (11.04.2005)
[Freies Wort]
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