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Die rebellischen Töne der frühen Jahre sind geblieben
"Klaus Renft Combo" bewies im Muk, dass sie noch Feuer wie vor 30 Jahren hat
Von Sabine Glinke

GIESSEN. "Ich darf Bush nicht mit Hitler vergleichen. Schade." So lautet die Aufschrift des T-Shirts, das Heinz Prüfer, Gittarist der "Klaus Renft Combo" beim Auftritt im Muk trug. "Cool sein" lautet das aktuelle Motto der Combo aus Ostdeutschland, die zu DDR-Zeiten nicht allein deswegen Kultstatus erreichte, weil sie von 1962 bis 1967 Auftrittsverbot erhielt. Verantwortlich dafür war die "Rockballade vom kleinen Otto", denn dort heißt es in einer Zeile: "Leben ist wie Lotto, doch die Kreuze macht ein Funktionär."

Seit das Verbot aufgehoben wurde, ist viel passiert - und erst seit 1999 mit Veröffentlichung des Albums "Als ob nichts gewesen wär", zieht die Band wieder ungehindert von Konzert zu Konzert.

Keine Ostalgie-Rentner

Wer hier also "ostalgische" Rentner erwartet, der liegt falsch. Denn die "Klaus Renft Combo" hat heut noch genauso viel Feuer wie vor 30 Jahren. Feuer hatte auch das Publikum im Muk. Hatten zwar nur wenige Gäste - zumeist anhand ihres Dialekts definitiv als ehemalige Ostbürger zu entlarven - den Weg in den alten Bunker gefunden. Diese feierten das Sextett frenetisch, sangen die alten Klassiker und auch die neuen Songs mit und verdeutlichten so den Kultstatus der Band.

Musikalisch ist die "Klaus Renft Combo" irgendwo zwischen Rock und Blues anzusiedeln, wobei hier besonders die Instrumentierung auffällt. Zwei Gitarren, Schlagzeug, Keyboards, zeitweise kommen Instrumente wie Triangel, Querflöte oder Geige zum Einsatz und - zwei Bässe. Zwei Bässe? Das erscheint unnötig. Den Hauptpart beim Bassspielen jedenfalls hat Marcus Schloussen, doch auch Klaus Renft greift noch bei einigen Liedern zum Viersaiter, was die Doppelbassbesetzung hervorruft.

Überhaupt wirkt es für das mit der "Renft Combo" nicht vertraute Auge, als habe der Namensgeber selbst nur noch die Funktion der Bühnenzierde, so selten kommt er gesangstechnisch oder an seinem Bass zum Einsatz. Hauptgesangspart hat jedenfalls Christian "Kuno" Kunert ein, der hinter seinen Keyboards, das beim Gastspiel in Gießen von mehreren Bierflaschen geziert wurde, und mit seinem leicht zerfledderten Stirnband ohnehin Blickfang der Band bildet. Noch dazu verkörpert er den Inbegriff der Rockmusik, was auch seine kratzige Whiskey-Stimme deutlich akzentiert.

Ihre Instrumente hat die Band jedenfalls im Griff, und gerade die Parts mit der Geige lockern die Musik auf und sorgen für Stimmung im Publikum. Und in den Texten der sowohl alten als auch neuen Stücke klingt nach wie vor Rebellion an - seien es Klassiker wie eben die "Rockballade vom kleinen Otto", Liebeslieder wie "Liebe und Leid" oder "Nie auf ein Schlachtfeld", eine eingedeutschte Version vom Barry McGuire-Hit "Eve Of Destruction", die sich mit der Thematik des Irak-Krieges befasst. Aber auch Themen wie die Jahrhundert-Flut vom vergangenen Sommer oder die Wende und der Mauerfall kommen zum Tragen.

Mit der Zeit gegangen

Wirklich (n)ostalgisch war der Auftritt aber nicht, denn die "Klaus Renft Combo" ist definitiv mit der Zeit gegangen und durchaus aktuell geblieben - eine Legende eben, die sogar von den Ost-Kollegen "Die Puhdys" schon gecovert wurde. Und auch wenn nicht viele Besucher den Weg ins Muk gefunden hatten, so feierten die - zum Teil aus Dresden angereisten - Fans ihre Band und ließen die Musiker Klaus Renft, Christian Kunert, Peter Kschentz, Heinz Prüfer, Delle Kriese und Marcus Schloussen erst nach mehreren Zugaben gehen. (10.10.2003)
[Giessener Allgemeine Zeitung]
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