Das Dream-Team des Ost-Rock - LEGENDEN STERBEN NIE!
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Weggefährten feiern mit dem Rock-Dino
Renft-Spektakel zum 60. Geburtstag
Frankenpost - Oettersdorf. Nach ganz frühen Rammstein-Tagen und einem der letzten Konzerte von Rio Reiser räumte nun mit Renft ein drittes großes R der deutschen Rockszene in der Oettersdorfer Getreidehalle kräftig ab. Es war kein Konzert wie jedes andere: Am Samstag feierte die wohl außergewöhnlichste Figur des Ostrock, Klaus Renft, mit musikalischen Weggefährten und aus allen Himmelsrichtungen angereisten Fans in seinen 60. Geburtstag hinein. Renfts ehemaliger RIAS-Kollege Olaf Leitner (den man aus dem Fernsehfilm ,,Saitenwechsel'' noch in guter Erinnerung hat) warf zunächst einen Blick auf den musikalischen Nachwuchs. Und mit der Schleizer Punk-Band Bad Habbit gab's kräftig was auf die Ohren. Mit der ebenfalls aus Schleiz kommenden Lady-Rock- Band Boundless Fever war anschließend auch fürs Auge was dabei. Doch nicht nur die Pupillen weiteten sich bei den drei attraktiven Gymnasialabsolventen. Was Luna (Gitarre, Gesang), Angel (Bass, Gesang) und die ebenfalls singende Emma an der Schießbude musikalisch mit ihrer ironischen ,,Möchtegernprinzessin'' und dem ebenfalls selbstkomponierten ,,Lonesome'' im Verbund mit Coversongs von Echt und Selig boten, war überaus bemerkenswert. Die Ehre, zur Geburtstagsparty des großen Meisters Renft zu spielen, nutzten die drei Rockladies für weitere Empfehlungen. Die müssten mal im Malzhaus auftreten - waren da einige Plauener Partygäste einer Meinung. Die aktuelle Renft- Truppe sollte das auch mal wieder! Die eröffnete mit ,,Ich bau Euch ein Lied'' das historische Ereignis. Heinz Prüfer (Gitarre), Marcus Schloussen (Bass), Christian ,,Kuno'' Kunert (Keyboards), Delle Kriese (Schlagzeug) und Peter ,,Piotr'' Kschentz (Saxofon, Geige, Harmonika) begrüßten nach dem 72er ,,Liebeslied'' ihren legendären Boss Klaus Renft. Der seit einigen Jahren auch vocalisch in Erscheinung tretende Bassgitarrist, der nun schon die vierte seiner vielen Formationen in die erste Garnitur des Deutschrock führt, sang zunächst ,,Da war mal eine Zeit''. Klar, da wurden mancherlei Erinnerungen wach, machten die unvergesslichen ,,Weißt-Du-noch-Geschichten'' die Publikumsrunde. Und die Gedanken an frühere Zeiten verstärkten sich, als mit Christiane Ufholz die erste Weggefährtin die Bühne betrat. 1964 begann sie bei den ,,Butlers'' als ,,sie noch Jungfrau war'', wie Klaus Renft schmunzelnd betonte. Wunder hieß die Christiane damals. Und ein Wunder ist sie heute noch, was sie stimmlich beim ,,Mercedes Benz'' der unvergesslichen Janis Joplin, bei ,,Fever'' und ,,Kansas City'' bewies. Nach ihrer Lift- Zeit und der Mitwirkung in der Sieghard Schubert-Formation sang sie vor 23 Jahren auch in der für nur einen Abend bestehenden Westberliner Renft-Truppe namens Windminister. ,,Früher trommelte er uns ganz nach oben, jetzt fertigt er mit seinen geschickten Händen Zahnspangen'', kündete der Jubilar seinen nächsten Special Guest an. Der Wahl-Lübecker Jochen Hohl sang das ,,Lied von der alten Woche'' bevor der Afro-Megaknaller ,,Aiko Biaye'' mit dem treibenden Trommel-Trio Kriese, Hohl und Schloussen voran den ersten Sidepunkt in der proppevollen Halle erreichte. Dann rückte Kuno ins Rampenlicht. ,,Irgendwann werd' ich mal'' singt er an seinen Keyboards und wechselt danach zum ,,Chilenischen Metall'' an die akustische Gitarre. Und nach der ,,Sonne wie ein Clown'' braust plötzlich ,,Monsters'' Riesenstimme wie ein Orkan durchs weite Hallenareal. ,,Nach der Schlacht'' ertönt tief unter die Haut gehend, und dabei scheint der musikalische Feldzug erst richtig loszugehen. Denn außer dem dienstlich verhinderten ,,Cäsar'' Peter Gläser steht nun mit ,,Monster'' Thomas Schoppe, Jochen Hohl sowie die neben Chef Klaus zur aktuellen Formation gehörenden Piotr und Kuno jene legendäre Klaus Renft-Combo der frühen 70er Jahre auf der Bühne, die im September 1975 Auftrittsverbot auf Lebenszeit erhielt. Und nun wuchsen die alte und die neue Band in freudvoller Eintracht über sich hinaus. Der ganze Saal sang, als Monsters Interpretation von ,,Als ich wie ein Vogel war'' das bekannte Gänsehautgefühl erzeugte. Auch bei ,,Was mir fehlt'' (was ebenfalls aus dem DEFA-Klassiker ,,Für die Liebe noch zu mager'' stammt) schlugen die Wellen der Begeisterung immer höher. ,,Ich und der Rock'' standen programmatisch für die Musiker und Fans aus alten Zeiten, die mit den zahlreichen jüngeren Besuchern und dem legendären ,,Wandersmann'', was treffend zu Klaus Renft passt - weil der immer unterwegs war - in die Pause gingen.

Der etwas neuere U-Bahn-Song leitete die letzten Minuten vor Mitternacht ein. Piotr sang die kultige ,,Rose'' und als nach dem ,,Apfeltraum'' das ,,Gänselieschen'' vorübergezogen war, trennten nur noch Sekunden vom großen Augenblick. Dann der bewegendste Moment des ganzen Abends. Punkt null Uhr gratuliert die Renft-Truppe ihrem Chef zum 60. Geburtstag. Der Löhmaer Kunstverein, Journalisten und Fans, die auf die Bühne kamen, wünschten dem Altrocker unter der von den Boundless Fever-Mädels gehaltenen ,,Happy Birthday''-Buchstabenkette alles Gute. ,,Ich danke Euch, ich kann's gar nicht fassen'', ist der Jubilar tief beeindruckt. Und wir alle danken Klaus Renft, der 44 Jahre schon seine zahlreichen Fans mit anspruchsvoller und ausdrucksstarker Rockmusik begeistert, der trotz Kultstatus immer der sympathische Kumpel geblieben ist, der sogleich einen Titel sang, der symptomatisch die Höhen und Tiefen im Leben des legendären Musikers reflektiert. Da werden immer wieder Erinnerungen wach, die bei Deep Purples zehnminütigem ,,Child in Time'' in freudvoller Glückseligkeit kulminieren. Bis morgens halb zwei feierten die Fans die trinkfreudigen Rockbarden. (Jürgen Preuss)
(01.07.2002)
[Frankenpost]
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