RENFT. Die offizielle Heimseite. Klaus Renft Combo
Legenden sterben nie!

Ostrocker schwören auf die Ästhetik in ihrer Musik

Von Ronny Banas. Die Stasi-Unterlagen sollten später von 27 Flaschen Wein in der Künstlergarderobe berichten. Von staatsfeindlichen Äußerungen und einem Affront gegen die Arbeiterklasse. Im September 1975 gab die Renft-Combo ihr letztes Konzert im Klubhaus des Hydrierwerkes in Alttröglitz. Kurz darauf wurde die Band verboten. Ziemlich genau 35 Jahre später stand sie am Freitagabend, nicht weit vom damaligen Ort des Geschehens, wieder auf der Bühne.

Die Stimmung in der Profener Gaststätte "Zur Eiche" ähnelte überhaupt nicht der von damals, sondern erinnerte eher an ein Klassentreffen. Man kannte sich, hielt ein Schwätzchen miteinander und schwärmte von alten Zeiten. Gut 100 Fans kamen, um Renfts wieder einmal live zu erleben. Die meisten davon waren Mitte fünfzig, jüngeres Publikum sucht man bei Aufritten der Combo meist vergeblich. "Es wird zunehmend schwerer, sich am Musikmarkt zu behaupten", sagte Thomas "Monster" Schoppe, Frontmann der Band und der letzte noch Verbliebene der Besetzung von 1975. Für junge Menschen sei Renft vielleicht zu altbacken, nicht mehr "hipp" genug. Eigentlich habe sich die Fangemeinde seit eh und je nicht verändert. Noch immer kommen Menschen zu den Konzerten, die seit Jahrzehnten glühende Verehrer der Gruppe sind und mit ihr älter wurden. Menschen wie Uwe Döring aus Freiberg. "Ich bin schon immer Fan und komme extra wegen dieser verrückten Typen hierher zum Konzert", erzählte er am Freitagabend. Für ihn seien Renfts zwar nicht mehr die Provokateure, die sie vor ihrem Verbot waren, künstlerisch hätten sie aber auch heute noch alles zu bieten, was gute Musik eben ausmacht.

"Nein, so richtig kann ich mich nicht mehr an das Konzert von damals erinnern", sagte Schoppe. Er wisse nur noch, dass es ziemlich voll war im Klubhaus, die Stimmung irgendwie "eine Mischung aus Abenteuerlust und Provokation" gewesen sei und eben von den 27 Flaschen Wein in der Garderobe. Und dass man eben nach der Wende und dem Wiederaufleben der Band immer wieder einmal dahin zurückging, wo damals das letzte Konzert gegeben wurde. Der Auftritt am Freitag war mittlerweile der siebente in Profen. Im vergangenen Jahr verbrachten Renfts hier ein paar Tage im Probenlager. Auf der aktuellen Live-CD sind Passagen von Konzerten aus dem Saal der Gaststätte verewigt.

Wie es weitergeht, das wisse er nicht, beteuerte Thomas Schoppe immer wieder. Lust auf Musik, Konzerte und das Rocker-Dasein verspüren die Musiker noch immer. Aber es sei nicht mehr das gleiche wie früher. Die Band sei ruhiger geworden. Schoppe: "Heutzutage ist es die reine Ästhetik an der Musik, die uns begeistert. Wir wollen und können nicht mehr provozieren." Ein Album mit gänzlich neuen Stücken ist seit Jahren in Planung, verwirklicht wurde es bislang noch nicht. "Es ist alles anders geworden. Wenn du heute Erfolg haben willst, musst du dich den neuen Marktmechanismen beugen. Das ist manchmal nicht leicht. Und außerdem sind wir ja keine 23 mehr", so der Frontmann augenzwinkernd. Für Uwe Döring bleiben sie trotzdem die Größten. "Die Musik ist unerreicht. So etwas wird es so schnell nicht wieder geben. Schade eigentlich", sagte er.

(Quelle: Mitteldeutsche Zeitung)

© 2002-2014 NADV, Klaus Renft, RENFT & Klaus Renft Combo · Alle Rechte vorbehalten!
Produktion ABELNET internet company