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Legenden sterben nie!

24.10.2010 RENFT zelebrieren Rock in Stralsunder Kulturschmiede

 

Sex, Drugs & Rock´n´Roll kamen dem Besucher des Konzertes am 23. Oktober 2010 in der Stralsunder Kulturschmiede unweigerlich in den Sinn, als RENFT auf der Bühne von Minute zu Minute die Gänge hochschalteten. Technische Pannen des Veranstalters am Anfang der Veranstaltung animierten Thomas "Monster" Schoppe dazu, minutenlange Monologe über die Erlangung der Weltherrschaft zu führen. Als dann endlich alle Strippen so funktionierten, wie sie sollten, brach über die Zuhörer ein Rock-Tsunami herein, den in der Form wohl die Wenigsten erwartet haben.

65 Jahre alt ist Monster. In diesem Alter setzen sich andere zur Ruhe, nachdem sie ihr Arbeitsleben mehr oder weniger strapaziös hinter sich gebracht haben. Schoppe nimmt das Alter offenbar zum Anlass, jedes Jahr eine Schippe draufzulegen. Bis zur totalen Erschöpfung zelebriert das Urgestein des Ostrock alte und ganz alte Renft-Songs. Selbst Fans, die regelmäßig die Konzerte der Rocklegende besuchen, werden bei jedem Konzert immer wieder andere Interpretationen der Songs erleben. Ursächlich dafür sind natürlich alle Musiker, die sich scheinbar blind verstehen. Die Band hat offenbar an einem Abend soviel Potential in den Hirnen, das viele andere Bands in ihrem gesamten Musikerleben zusammen nicht entwickeln werden. Ohne Übergänge erklingen auf einmal in RENFT-Songs Clapton & Co. oder die Beatles von der Bühne. Als ob es noch nie anders war, als ob die Songs genau dafür geschrieben wurden.

Gisbert "Pitti" Piatkowski foltert seine Gitarre und entlockt Töne, die der Zuhörer nicht immer als Gitarrensound identifiziert. Wenn man nicht hinschaut, kann der Eindruck entstehen, Piatkowski hämmert nebenher auf einer Orgel umher, anstatt sich um seine Gitarre zu kümmern. Delle Kriese drischt derweilen auf sein Schlagzeug ein, als sei der Leibhaftige in ihn gefahren. Und Schloussen, der Basskran, steht wie ein Fels in der Brandung, zupft den Bass und passt scheinbar auf Monster auf, dass dieser nicht der totalen Erschöpfung zu nahe kommt. Ungeschliffen wertvollen Rock lebend, dem Publikum Kraft mit auf dem Heimweg gebend und letztlich selbst zufriedenen von der Bühne gehend - das ist RENFT 2010.

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