RENFT. Die offizielle Heimseite. Klaus Renft Combo
Legenden sterben nie!

Als ob nichts gewesen wär

"Jenni" Renft hat Musik mal als ständigen Zwang beschrieben, sich der Sehnsucht nach Rock und der Auseinandersetzung mit eigenem Publikum hinzugeben. Er ist längst Legende und sieht doch ständig die Gefahr, viel zu früh eine zu werden. Deshalb nach fast 25 Jahren das erste neue Studioalbum - als ob nichts gewesen wär...

"Die Zeit kämmt mir das Haar mit Zangen", grinst Jenni, "aber hör mal, wie mein Kumpel Saxophon bläst, ist das etwa nichts!".

Es ist was, es ist verdammt sogar viel! Und noch mehr ist es, Christian "Kuno" Kunert die eigenen lakonischen Texte singen zu hören, Peter "Pjotr" Kschentz wiederzuerleben.

Dazu eine ganze Reihe klangvoller Namen in der Besetzung der Combo. Heinz Prüfer an der Leadgitarre, Marcus Schloussen am Baß, Delle Kriese an den Drums. Auf der Gästeliste der Percussionist Jochen Hohl, die Engerling-Stimme Boddi Bodag, Christiane Ufholz...

Und da ist noch der eine, der immer bei ihnen ist und doch eigentlich nie wieder, denn diese Platte enthält Gerulf Pannachs letzte Texte. Die liegen, wie alle seine anderen auch, in jenem wunderbar schwerelosen Niemandsland zwischen starken Worten und sensibler Lyrik, zwischen großen Gefühlen und bitterem Sarkasmus, zwischen Liebe und Zorn. Da gibt es diesen "Blues in Rot", getextet noch von Pannach und Kunert gemeinsam. Nun, auf der neuen Platte, gerät dieser Song über einen Mann, der grußlos wegging aus dem Land, indem er kein Land mehr sah, der sich seine Träume auch in der Knastzelle in Berlin-Hohenschönhausen bewahrt hat, zum bewegenden Nachruf. Auf Gerulf Pannach, den vielleicht zornigsten in der Meute der zornigen jungen Männer von der legendären Klaus Renft Combo.

Nun warten sie auf sein Zeichen von ganz da oben, natürlich wissen sie, dass es den ganzen Hokuspokus im Himmel nicht gibt: "...now hell below us, above us only sky..." - wir wissen das ja auch.

Aber wenn wir uns einen klitzekleinen Moment Zeit für ein keckes "Was wäre wenn?" nehmen würden - dann sähen wir ihn, Gerulf Pannach, Lyriker und Musiker, gestorben 1998, da oben bei einem Humpen Ambrosia sitzen, die Scheibe in den Händen drehen - und unverschämt amüsiert grinsen.

Das ist ein Zeichen.

Es ist sein Zeichen.

© 2002-2014 NADV, Klaus Renft, RENFT & Klaus Renft Combo · Alle Rechte vorbehalten!
Produktion ABELNET internet company